Tagebuch in britischer Haft, Folge 1

Das Essen ist eine Frechheit, aber was will man von England anderes erwarten. Zwei Wärter waren bisher freundlich, nur kann sich das rasch ändern. Vielleicht werde ich bald frech um es auszuprobieren.

Man filmt mich hier in der Zelle 24 Stunden am Tag. Das ist für einen streng erzogenen Mann schwer zu ertragen. Meine Freundin darf ich nicht sehen.

Die Leute der ecuadorianischen Botschaft haben meine Unterlagen, Rechner und Speichermedien an die Amerikaner übergeben. Daraus werden sich Auslieferungsanträge ergeben. Ich rechne mit lebenslanger Haft.

Man wird das über Schweden machen, wie es von Anfang an geplant war. Am Ende gelte ich dann wirklich noch als „Vergewaltiger“.

Am Abend denke ich darüber nach, dass ich für meinen letzten Artikel auf diesem Blog, der eher scherzhaft gemeint war, ein Jahr eingesperrt worden bin. Wenigstens darf ich ein wenig Wein trinken hier, das ist wohl die Folge einer Intervention aus Deutschland.

Julian Assange

 

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