Als mich Che umbringen lassen wollte

Im März 2002 hielt ich mich in Kuba auf. Zusammen mit meiner hübschen Freundin, einer israelischen Agentin aus Österreich die ich ein wenig ausspionierte „genoss“ ich das Leben auf der Insel. Das Hotel war traumhaft; ich hatte eine Art Pfahlbau-Bungalow in einer herrlichen Lagune und meine Freundin hatte Mühe mir die Damen vom Leib zu halten.

Bereits bei der Einreise geriet ich ins Visier der kubanischen Staatssicherheit. Ein freundlicher, lässiger und sehr korrekter Offizier verwickelte mich sorgfältig in ein Gespräch, er war der „Reiseleiter Marlboro“. Der Mann dürfte mich schließlich als harmlos eingeschätzt haben. Sein Deutsch, seine Verhörtaktik bewunderte ich. Solche Leute wünscht man sich für eine Sicherheitsbehörde.

Ich gebe zu, mich damals im März 2002 unpolitisch und fast nur sexuell und alkoholisch aufgeführt zu haben. Das provozierte einen Mann, der damals noch nicht tot war.

Ernesto „Che“ Guevara, der Freiheitsheld der südlichen Völker ist nach seinem offiziellen Tod in Bolivien zunächst in die USA und dann zurück nach Kuba abgetaucht. Es scheint, dass er tot ist; im März 2002 war er noch in der Lage meine Tötung zu befehlen.

Da er mich für einen perversen Israeli hielt nehme ich ihm das nicht übel. Das positive Urteil des nichtsahnenden Verhörspezialisten der Staatssicherheit sollte mich ablenken. Zusammen mit der feschen Freundin stieg ich in eine alte Antonow AN-2 und betrank mich mit ein wenig Rum. Die Freundin durfte sogar ans Steuer, ich schoss ein Foto von ihr, leicht bekleidet.

Die Maschine war manipuliert. Ein riesiger Teppich aus Flamingos stieg unter uns auf, wie Plüsch des Todes. Da erreichten wir Trinidad.

Die Stadt ist traumhaft schön, wie eine Wunde, ein Moment der Trunkenheit kurz vor dem Tod. Ich sah dort an Bushaltestellen viele Neger die mich darauf hinwiesen dass man sie schlecht behandelt. Die Flachbauten, die Sonne und das Blaue des Himmels werde ich nie vergessen. Wir flogen zurück, nichts passierte.

Am nächsten Tag in der Früh stürzte die Maschine ab. Alle unsere Hotelnachbarn waren tot. Che hatte mich im Verdacht gehabt. Er lag daneben.

Zeitungsartikel zu diesem Zwischenfall

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