Fotokunst der Münchner Kriminalpolizei

Für mich war es etwas vollkommen Neues, die Arbeit der Polizei aus einem künstlerischen Blickwinkel zu betrachten. Als ich die Akten zum „Fall Kilic“ zum ersten Mal sah dachte ich zuerst, das wären experimentelle Fotos.

Man denkt jetzt vielleicht, ich mache Satire. Das ist aber nicht so. In der Literatur kann man nachlesen, dass die Kriminalpolizei seit den 20er-Jahren in Süddeutschland und Berlin eine eigene Methode entwickelt hat, Ermittlungsergebnisse in Bilder zu fassen.

Die Fotografen müssen Tatorte usw. so fotografieren, dass die Bilder alles „sagen“, was man weiß, ohne dass das Wissen plump ausgesprochen werden muss. Das kann aus ermittlungstaktischen Gründen, wie bei den Dönermorden, notwendig sein.

Und schön sind die Fotos auch.

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Wer ein wenig Rotwelsch kann, liest die Ermittlungsergebnisse der bayerischen Kriminalpolizei aus ihren Fotos. Dass Akten auch schön sein können (und nicht nur der Sigi mit seinem Alkoholkonsum) sieht man an den Bildern oben.

Das ist, wie gesagt keine Satire. Es ist eine Tradition.

Ich habe in der Zusammenarbeit mit dem leider verstorbenen Karl Lagerfeld kennen gelernt, was es heißt „sprechende Fotos“ zu machen. Es fällt einem Model leicht, den Körper zu zeigen wenn der Fotograf intelligent ist.

Man hätte die Fotos oben auch pragmatischer machen können. So enthalten sie alles, was vor Gericht nicht gesagt werden kann.

(Dokumente Arbeitskreis NSU)

Iris Strubegger

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