Satirische Bemerkungen zu Alltagsgegenständen

Freunde haben mich ermutigt, ein paar Gegenstände, die durch Zufall in meinen Besitz gekommen sind zu reinigen und zu fotografieren. Sie stammen aus einer alten Wohnung in Thüringen und haben einem Pfarrer gehört. Der Mann interessierte sich für Landwirtschaft und die Heilkraft der Bienen. Dass er auf Umwegen im Clinch mit Helmut Schmidt stand kann als Randnotiz interessieren.

Manchmal reichte er esoterische Manuskripte bei westdeutschen Verlagen ein. Man sah ihm nicht mehr an was für ein Mensch er war in seinen letzten Lebensjahren.

Spaziergänge führten ihn bis zu den Äckern an der Grenze der LPG. Zurück in seiner Wohnung machte er sich im Sommer gern eine Limonade und benutzte dazu einen schönen Tonkrug aus den 30er-Jahren. Wenn es heiß war ging dann ein sanfter Luftzug an seinem Schreibtisch, hervorgerufen durch einen hübschen Ventilator des Designers Rolf Garnich.

Der Ausblick aus seinem Arbeitszimmer hätte schöner sein können. Meistens werden ohnedies die Rollläden heruntergelassen gewesen sein. Mit den Nachbarn wurde kaum gesprochen, politische Meinung hatte er keine.

„Aktenzeichen XY“, 1977

Höhepunkte waren Fernsehsendungen wie „Aktenzeichen XY“, da entging ihm nichts. Aus den 70er-Jahren sind Versuche überliefert, Geld zu verdienen; dass der Rentner dabei an der örtlichen SED scheiterte kann einen unter bestimmten Umständen zum Schmunzeln bringen. Er ist schon lange tot.

(Mitarbeit E.B., Screenshot ZDF/ YouTube)

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