Kehr um!

Der alte Antifaschist erzählt: Heute habe ich ihn wieder getroffen; jedes Mal wenn ich ihn sehe packt mich die Angst. Noch ist er freundlich, aber wie lang? Wenn er erfährt was ich wirklich getan habe was ist dann?

Natürlich weiß ich was mir blüht. Er sperrt mich ins Konzentrationslager, plötzlich wird er bös, schaut gar nicht mehr so nett drein. Ich habe jahrelang radioaktive Stoffe aus dem Müll von Baustellen und Reformhäusern geholt. Vor allem Salz und Gel.

Dafür gab es Geld. Und dann gab es den Schluck aus der Bierflasche, wir haben über die Nazis gelacht. Ich konnte ja nicht anders, beim Jobcenter schicken sie mich immer wieder weg, „nicht genehmigt“ heißt es weil ich für die Juden den Dreck aus der Tonne hole und „unentbehrlich“ bin.

Meine Haut ist wie gegart; von Narben übersäht. Im Gesicht sitzt ein Schwamm, das ist das Uran. Die Alte im Jobcenter ekelt sich vor mir, Edelkommunistin, die hat ein Haus geschenkt bekommen und Gold von den Israelis.

Ich sitze in der Falle. Kann ich die Baufirmen noch erpressen, die Reformhäuser sowieso nicht, das sind Weiber, aber die Baufirmen, die den Dreck bestellen und sofort entsorgen damit wir ihn rausholen? Wird der komische Polizist die illegalen Mietgeschäfte verpfeifen mit denen wir bezahlt werden? Ich weiß es nicht.

Nur mich nicht einsperren. Ich bin 40 und doch alt. Einen Gott habe ich nicht, kein Volk, kein Vaterland. Es geht doch irgendwie weiter, oder nicht?

(Mitarbeit Bruder Lustig)

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