Mordversuch Live

Im Jahr 1987 wollte mich meine so genannte Ziehmutter umbringen. Sie versuchte es mit einem Honigbrot, dick Butter und Plutonium aufgeschmiert, dass die Sau graust. Ich saß am Küchentisch und spielte den braven Sohn, doch das Brot musste vertilgt werden.

Ich biss in die Rinde und sah ihr ins Gesicht. Sie war zum Mord entschlossen. Fäuste zu ballen hatte damals keinen Sinn. Die Ziehmutter brüllte plötzlich, gegen ihre Gewohnheit, ich solle fressen. Da heulte ich los, ohne Aussicht auf Verständnis und fetzte das Honigbrot unter den Tisch.

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Im Garten von Shlomo Ludwig. „Res“ Mayr fordert zum Schweigen auf und frisst ein Brot. Foto von mir, ich war damals begeisterter Fotograf mit einer Voigtländer

Die Chefin des israelischen Geheimdienstes in Europa riss sofort die Antenne vom Kofferradio und setzte mir nach. Ich schlug die Tür hinter mir zu und bewaffnete mich. Zwei Bajonette aus dem Weltkrieg und eine „taube“ Handgranate standen mir zur Verfügung. Ich drohte der Dame den Tod an.

Abendessen gab es keines, ich war elf Jahre alt. Mein Vater hatte mir schon öfter das Angebot gemacht bei Bekannten unterzutauchen. Der Opa war aber der Meinung ich sei zu doof, überhaupt zu blöd für Aktionen. Weiß der Teufel was mir das erspart hat. So waren es halt zwei Tage Krankenstand und Versteck im Kinderzimmer.

(Dank an Wolfram N.)

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