Oktoberfestattentat: Frauen in der WSG

Im März 1979 erschien eine wichtige Ausgabe der Zeitschrift „Kommando“. Herausgegeben wurde diese Zeitschrift von der Wehrsportgruppe des bayerischen Unternehmers Karl Heinz Hoffmann. Dieser Mann hatte mit seinen Leuten eine wesentlichen Anteil am Aufbau und am Betrieb von zwei Geheimprojekten. Eines dieser Projekte wurde durch das Oktoberfestattentat angegriffen.

Das erste Geheimprojekt war der Betrieb einer weiblichen „menschlichen Überwachungskamera“ im Jahr 1974. Es sollte ein Mädchen sein, das mit einer elektronischen Funk-Fernsteuerung ausgestattet war. Man sollte das Mädchen von einem Wagen aus steuern und seine Augen als Kamera benutzen können.

Hoffmann erzählt diese Tatsachen leicht verklausuliert in dem Artikel den ich oben erwähnt habe. Er deutet dort an, dass wahrscheinlich gesundheitliche Probleme zum vorzeitigen Abbruch des gewagten technischen Experiments geführt hatten. Die weiblichen Steuerleute sind nach seinen Angaben auch wegen ethischer Bedenken und Stress abgesprungen.

Der Artikel ist charmant geschrieben wenn ich ihn auch ein wenig sexistisch finde. Das kann aber auch am Zeitpunkt der Veröffentlichung liegen. Hoffmann hat dieses Experiment nicht selbst durchgeführt sondern es nur theoretisch begleitet.

Hier sehen Sie ein paar Frauen, die mit Ausnahme der beiden Blondinen links oben nie in einer Wehrsportgruppe und schon gar keine lebenden Überwachungskameras waren.

Der Inhalt des Artikels berichtet von einem zweite Versuch aus dem Jahr 1979 eine solche Überwachungskamera zu betreiben. Man „brauchte“ dazu nicht nur ein einzelnes Mädchen sondern mehrere um eine brauchbare „Charaktermischung“ zu erzielen. Diese Mädchen waren wie wir heute wissen auch großen Belastungen ausgesetzt durch die elektronische Verbindung mit einem anderen Mädchen, das z.B. Mörder und Terroristen beobachten muss.

Dieser zweite Versuch ist eine absichtliche Irreführung von Hoffmann. In Wirklichkeit fand er 1981 statt. 1979 lief schon ein Versuch mit einem Jungen, der übrigens diesen Blog betreibt. Hoffmann schreibt in seinem Artikel:

„Mit Beginn des Jahres 1979 jedoch, ist wegen der grundsätzlichen, erstmals mit der Grundsatzerklärung von Kleingeschaidt bekannt gemachten Änderung unseres strategischen Gesamtkonzeptes die Aufnahme weiblicher Mitstreiter wieder interessant geworden.“

Ob Hoffmann ein kleines gescheites Mädchen gemeint hat weiß ich nicht. Ich will es hoffen. Aus den letzten drei Worten des Zitats geht hervor, wie gefährlich der Einsatz des Mädchens war. Nicht nur gefährlich sondern tragisch war, dass Hoffmanns Artikel vom israelischen Offizier Shlomo L. gelesen wurde. L. schloss aus dem Inhalt, dass es eine solche weibliche Mädchengruppe gibt und entschloss sich sie auszulöschen.

Andere Artikel in der Zeitschrift auch in anderen Ausgaben verleiteten ihn dazu, diese Gruppe und die „Kamera“ in München zu vermuten. So wurden bei dem Attentat mehrere Mädchen, die zur Bombe auf das Gelände des Oktoberfestes gelockt worden waren in die Luft gesprengt. Der Herausgeber des Blogs blieb verschont, übrigens auch wir weil wir ja erst später loslegten und teilweise noch gar nicht auf der Welt waren.

Dieser Mord ist später mit viel Mühe vertuscht worden.

Die Charakterisierung der Aufgabe dieser Mädchengruppe (Uniformen mag ich nicht besonders) imponiert mir und ich habe mich mit diesem Artikel bemüht, sie zu erfüllen:

„Wichtige Rollen werden sie zum Beispiel bei der Beschaffung von Aufklärungsergebnissen zu spielen haben.“

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Iris Strubegger

Das historische Dokument (Artikel vom März 1979) kann hier in einer Abschrift herunter geladen werden

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