Verdeckter Ermittler und israelische Chefin

Der schlimmste Alptraum geheimdienstlicher Verbrecher ist es, ganz normal, ganz banal von der Polizei erwischt zu werden. Insbesondere die hohen Viecher bilden sich nämlich ein, immun zu sein gegen polizeiliche Maßnahmen – als ob man ihnen an der Wiege gesungen hätte dass alles was sie tun straffrei bleibt.

Als z.B. die heutige Chefin des israelischen Geheimdienstes in Europa ihre schwersten Verbrechen beging (hier ist von den von ihr persönlich ausgeübten Gewalttaten die Rede) wurde sie von einem verdeckten Ermittler abgeschöpft und bis ins Innerste ausgehorcht. Ich kenne den Mann und berichte von seinem Vorgehen.

Zunächst redete man der Dame, die damals (um 1997) Terroranschläge durchführte, ein, besagter Kerl sei in sie verliebt und außerdem der geheimste der geheimen Israelis. Nur zum Schein, nur zur Tarnung vergiftete ihn die Dame, auf dass nur ja nicht rauskäme dass sie ihn auch liebt.

Der verdeckte Ermittler war zuvor über die Songtexte verschiedener Volksmusik-Gruppen gebrieft worden. Die Texte hatte ein Polizist geschrieben, der in Wirklichkeit der Führungsoffizier des verdeckten Ermittlers war. Kitschige Texte waren das, kleine Geschichten von so genannter Liebe, Phrasen von „Entjungferung“ usw. Das gab den Rahmen für die Affäre, die als Jugendliebe ausgegeben wurde.

Wichtig war es, emotional wirksame Liebesbriefe zu schreiben. Bei einschlägigen Treffen in Kaffeehäusern oder bei lauschigen Spaziergängen wurden enge Hosen getragen und es kam ein tiefer Ausschnitt auf der noch kaum männlichen Brust zur Sichtbarkeit.

Über Rivalen, die heute von Vorsorgeuntersuchungen, subtilen Mordaufträgen, primitiven Morden und Desinformation leben wurde gegrinst, flotte Sprüche kamen über die Lippen.

Um eine emotionale Verstrickung zu vermeiden wurde strategisch entschieden, dass auf Geschlechtsverkehr verzichtet wird was beim Ziel, der Terroristin, einigermaßen Verzweiflung hervorrief, die „Romantik“ aber begünstigte. Aufgabe des verdeckten Ermittlers war es, die Haltung der Terroristin zu ihren eigenen Taten, ihre Mentalität, potenzielle Schwächen und ihre Kontakte in Erfahrung zu bringen.

Das Briefing lief an der Nase gefährlichster Personen vorbei, die im familiären Umfeld des Ermittlers lebten. Jahre später noch hieß es, sich an Songtexte, einzelne Passagen, erinnern um Ermittlungsziele erkennen zu können. Im Auto sitzen beim Herrn Papa, sich langweilige Belehrungen mit Hintersinn anhören, den Kastelruther Spatzen lauschen und nichts sagen, das war die Kommunikation mit den Vorgesetzten.

Sogar zur Aussprache mit dem Komponisten der schmalzigen Werke kam es; sein Name war Jean Frankfurter.

Manches Gespräch im Rahmen der resultierenden Liebelei war freilich offen polizeilicher Art. So erstaunt es wenig, dass in einigen Momenten gefragt wurde ob man bereut, „aufhören will“ oder woher das Geld kommt. Schmerzlich dann die Empfindung für den Mann, von Menschen, die er wirklich liebte, gewarnt zu werden vor der Frau, dem Ziel.

Aber, so der verdeckte Ermittler, es musste leider sein.

(Bild Bundesarchiv, bearbeitet, Mitarbeit Franz „Franzl“ Innerhofer als Textdichter)

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