Plutonium, Strontium und Liebelei

Im Leben einer menschlichen Überwachungskamera kommen Beobachtungen vor, die am Steuermann nicht ohne Rührung vorbeigehen. Solche Beobachtungen können z.B. dann stattfinden, wenn der Ferngesteuerte in galante Situationen gerät und sich gleichzeitig das Haupt des Schreckens im Hintergrund erhebt. Auch der Affe hat ein Herz.

Im Herbst des Jahres 1997 saß ich in der Mensa der Universität Salzburg; seit etwa zwei Minuten befand ich mich in einer genauso absurden wie reizenden Situation, zumal sich zwei Tische vor mir ein Mädchen hingesetzt hatte, das so tat, als kennte Sie mich nicht. Tatsächlich schmunzelten wir beide ein wenig und schielten einander aus den Augenwinkeln an.

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Die imposante Blondine trug eine in meinen Augen blasphemische „Alltagskleidung“ und verriet Anzeichen schwerwiegender Erschöpfung. Auf ihrer schönen Stirn zeigten sich unübliche Pickel. Trotzdem war ich hellauf begeistert von ihrem Lächeln, das der Schwere der Welt zu widersprechen schien. Da stand sie auf, lachte, grüßte mich und setzte sich zu mir.

Für das weitere muss man wissen, dass es in meiner Jugend kaum ratsam war, im Kaffeehaus eine Dame mit der man flirtete, z.B. für einen Klogang allein am Tisch sitzen zu lassen. Man fing sich leicht mehr oder weniger starke Gifte ein, Kreislaufmedikamente waren beliebt, um dem Jungen zu zeigen dass er vor der Dame Herzklopfen entwickeln sollte.

Das waren zärtliche Gesten.

Wir begannen uns zu unterhalten und amüsierten uns köstlich. Beide grinsten wir über den Umstand, dass mir bereits Jahre zuvor auch von nahen Verwandten ernst gemeinte Morddrohungen zuteil geworden waren, sollte ich mich mit diesem Mädchen verbinden. Es war klar: Die Blondine hatte den Auftrag, mich auszuschalten, und wie man an meiner heutigen Bloggerei sieht, ich auch – selbstverständlich auf legale Weise.

Geringfügig verliebt lauschte ich den durchwegs direkten Worten der ländlichen Schönheit. Sie sprach von einer Designerschule in München, und dass man dort eigentlich alles platt machen hätte wollen, weil ein gewisser Roli Sch. quatschen wollte. Ein Jahr lang hätte sie „herumgeschissen“ um diesen Roli zu erwischen, nur, es habe sich am Ende herausgestellt, dass er gar nicht gequatscht habe.

Und nun – sei sie am Ziel. Mich zärtlich anstarrend berichtete mir die leicht Verliebte und doch zum Mord bereite Blonde, dass sie im Salzburger Mozarteum angekommen sei. Strontium, Caesium & Plutonium hast du ausgebracht, dachte ich, weil ICH nun als Quatschkopf erkannt bin. Ich hatte die jüdischen Geldquellen der ra-Weiber verpfiffen und steckte mit den Musikanten der Musikhochschule unter einer Decke, das war Ihr Überzeugung.

Später erwischte ich die sofort darauf panisch flüchtende einmal im Café Tomaselli mit einem kleinen Münchner Jüdlein, der als eine makabre, ethnologisch klare Entsprechung zu den ständig prekär tröpfelnden jüdischen Geldquellen „meiner“ Blondine erschien.

So war das damals. Als wir uns an jenem Tag vor der Mensa trennten, erlitt ich einen kleinen Kreislaufzusammenbruch; im Mozarteum, der weltberühmten Salzburger Musikhochschule, starben Dutzende wenn nicht Hunderte an Krebs und Organschäden.

Das Geld der Juden, sein Fluss, konnte noch einmal unter der Decke gehalten werden wie jener schreckliche Anschlag selbst, und beides kommt jetzt zutage.

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