Schlacht im Korallenmeer

Vor fünfzehn Jahren schrieb ich ein Prosastück mit dem Titel „Schlacht im Korallenmeer“. Es handelt von Joseph Goebbels, wie er sich eine japanische Wochenschau ansieht, in der eine Frau seiner Ansicht nach imposant über eine Klippe springt. Danach stellt der Minister für Volksaufklärung und Propaganda Überlegungen zu den Amerikanern an.

Die Datei, in der dieser Text gespeichert war, samt Sicherungskopien, dürfte sich das Berliner LKA unter den Nagel gerissen haben, samt Rechner selbstverständlich. Ausgedruckte Versionen waren vorhanden; mein liebes Mütterlein hat sie gestohlen. Möge Sie mich wegen dieses Vorwurfs verfolgen lassen.

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Das Merkwürdige an dem verlorenen Prosastück ist nicht nur seine ein wenig grausliche und gelungene Lyrik, die mit synthetischer Exotik, Tiefseebildern und als unerheblich dargestellten Kamikaze-Aktionen arbeitet sondern seine Sicht auf Joseph Goebbels. Der erscheint als ruhiger weitsichtiger Mann wenn er über den Krieg hinausdenkt.

Wer war Goebbels? Ich weiß es nicht. Die Gerüchte um seine Person sind unbestätigt, Legenden hat er selber nie gemocht und scheußliche Fotos haben ihn nicht geärgert. Vielleicht war er ganz am Ende seines Lebens wie ein Hippie, zeitgemäß unverkrampft.

(Foto: Heinrich Hoffmann)

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