Chronologie des Kampfes gegen den NSU-Prozess

Mit dem NSU-Prozess sind auch wir älter geworden; Kinder sind zur Welt gekommen, Bärte gewachsen, wir haben geliebt und gelebt, geheiratet, sind im Kampf vor Zorn rot und – zumindest Manfred „Mannei“ Götzl und ich, wir zwei – kein bisschen weise geworden. Das war die Zeit des NSU-Prozesses, die jetzt langsam zu Ende geht. Doch auch der Arbeitskreis NSU ist nur noch Legende.

Ein Gerichtsverfahren, dessen Anklage durchgeht, obwohl zahllose stichhaltige und unwiderlegliche Gegenbeweise öffentlich gemacht worden sind muss mit besonderen Maßstäben gemessen werden. Es ist wie ein Männerglied, über das nur ein Spezialkondom der Größe 64 drüberpasst, wie ein Netzaktivist, gegen den x Mordaufträge bekannter Juristen laufen, wie eine fesche kluge Frau ohne geheimdienstliches Au.

group of people in a meeting
Mit Modebloggerei oder multirassischen, verweiblichten Behördenkonferenzen hatte der AK-NSU nichts zu tun. Bildrechte: rawpixel.com

Ein solches Gerichtsverfahren ist ein Wahnsinn. Lassen Sie uns kurz die Chronologie des Kampfes gegen diesen Wahnsinn durchgehen:

2013. Ein gewisser Jürgen Elsässer stänkerte in seiner Zeitschrift „Compact“ gegen die Legende vom NSU und löste damit öffentlichen Ekel, aber auch eine Oppositionsbewegung im Netz aus. Einige Blogger sowie der Forenspezialist Christian Reißer erhielten in ihrer unkenden Kritik Aufwind und analysierten Presseartikel. Ich suchte das Apabiz auf, schaute mir das NSU-Video an und machte dort der Bolschewistin Sanders schöne Augen.

2014. Die verschwörungstheoretischen Diskussionen im Forum „HPF“ eskalierten, wir erstatteten Mordanzeige gegen Unbekannt und formierten den Arbeitskreis NSU. Unter der Leitung von Reißer entstand der Blog „NSU Leaks“, der beim Establishment Angst und Schrecken auslöste. Diverse Foren wurden gelöscht, wir fanden teilweise Anschluss an die Medien, Fernsehsendungen entstanden. Der Blog „Die Anmerkung“ samt Betreiber schloss sich dem Arbeitskreis an.

2015. Der NSU-Prozess ging ungerührt weiter, aber unter der Oberfläche brach die Anklage zusammen. Im vorangegangenen Dezember hatte der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wiederaufnehmen lassen um Entlastung zu schaffen. Wir lancierten den Blog „1980 Oktoberfest“, in Zusammenarbeit mit Karl-Heinz Hoffmann, was dazu führte, dass auch die behördlichen Märchen um das Wiesn-Attentat nach kurzer Zeit tot waren.

2016. Anfang des Jahres löste sich der AK-NSU praktisch auf, wegen des behördlichen Drucks. Mein neuer Blog „Mayrs Biedermeier“ brachte mir ungeheuren Verfolgungsdruck und eine Hausdurchsuchung samt Beschlagnahme aller Rechner und meines Archivs ein (bis heute rechtswidrig eingezogen). Reißer musste wegen eines Herzinfarkts kürzer treten.

2017. Nachdem man Beate Zschäpe unter „weißer Folter“ dazu gezwungen hatte, ein falsches Geständnis abzulegen und wir keine Handlungsmöglichkeiten mehr hatten, musste ich Berlin und meine Familie verlassen, verlor meinen gesamten Besitz. Das Jahr 2017 war für alle Mitglieder des AK-NSU von einem starken Verfolgungsdruck geprägt, Andi Wittmann verlor seinen Job an der Uni. Bis Dezember kroch ich in Dresden unter.

2018. In der Endphase des NSU-Prozesses mobilisierten wir noch einmal alle Kräfte, allerdings ohne die früheren Möglichkeiten. Mein Blog „Staatsterror Live“ wurde von Schloss Ermreuth aus lanciert und schlug so brutal ein, dass ich Ermreuth Mitte April wieder verlassen musste. Das öffentliche Interesse am NSU-Prozess ist jetzt Null; er ist aufgrund der veröffentlichten Gegenbeweise zur Anklage nur noch als lachhafter Schauprozess aufrecht zu erhalten.

 

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