Dönermorde Fall Kilic: Polizei gegen Geheimdienst

Es gehört zu den gröbsten Klischees, der Polizei für den Kampf gegen geheimdienstliche Verbrecherstrukturen Hilflosigkeit oder gar Ahnungslosigkeit zu unterstellen. Ein guter (!) Kriminalpolizist durchschaut die Schweinereien mordender Agenten ohne weiteres, er dokumentiert sie auch, nur darf er das nicht explizit in seine Berichte hineinschreiben.

Besonders brauchbare Kriminalbeamte analysieren und dokumentieren die konspirative Kommunikation der Täterstrukturen, obwohl so etwas eigentlich den Tod bedeutet, denn Geheimdienste mögen es nicht, wenn man ihre Sprache entschlüsselt.

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Aus der Lichtbildmappe Kilic (München), grüne Eintragung von mir

Ich werde in den kommenden Tagen versuchen, zu zeigen, dass die Münchner Kripo im Dönermordfall Kilic die Ermittlungen erfolgreich durchgeführt hat, dass man aber das Ermittlungsergebnis und die Schlussfolgerungen daraus nicht im Klartext sondern (wie im Gegenzug) auf Rotwelsch in die eigenen Ermittlungsberichte gepackt hat.

(Abgesehen davon, dass der Fall durch Zeugen- und Sachbeweise geklärt ist und brutal vertuscht wurde.)

Sie sehen oben eine Abbildung aus einer Lichtbildmappe der Münchner Kripo. Als Vorgeschmack auf die kommenden Tage weise ich Sie zunächst auf den roten Pfeil hin, der soviel bedeutet wie: Rot er pf eil = was er in der Eile der Flucht auf Rotwelsch mitgeteilt hat.

Die Kripo weist uns also mit dem Pfeil auf jene Stelle hin, wo der Täter im Flüchten vom Tatort eine „sprechende Spur“ hinterlassen hat. Diese Spur sind Kratzspuren auf dem Glas der abgebildeten Tür: Geg ratzt = Verschweige, dass ich hier am Tatort was mitgeteilt habe. (Zum Beispiel das kürzlich dokumentierte Geschmiere am selben Tatort.)

Solche Tatortfotos sind kleine ermittlungstechnische Kunstwerke: Sie zeigen das Geständnis und die Mitteilungen des Täters an die Polizei („Maul halten ich bin vom Geheimdienst“), und sie fassen die impliziten Ermittlungsergebnisse der Polizei so zusammen, dass sich der Staatsanwalt später nicht über die Aufmüpfigkeit der Polizei gegenüber den Diensten aufregen kann.

 

(Mitarbeit: Kriminalkommando Tegernsee)

 

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