Der nächste Schönling

Heute präsentiere ich Ihnen nicht den kürzesten Witz der Polizeigeschichte sondern eines der unglaublichsten Dokumente, das je in einer Behörde produziert worden ist.

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Aus den Ermittlungsakten zu den Dönermorden. Bildunterschrift und Bezifferung im Original

Sie sehen ein Phantombild zu den Dönermorden, das von verschiedenen Landeskriminalämtern bei den Ermittlungen herumgezeigt worden ist. Es soll einen Mann zeigen, der ein Opfer vor der Tat angesprochen hat.

Zunächst fragt man sich: Warum zeigt man ein Phantombild, wenn der Bezeichnete keine real existierende Person ist? Was soll das Ganze?

Es wird also offen zugegeben, dass das Phantombild in irreführender Absicht erstellt wurde und so eingerichtet ist, dass man die gesuchte Person nicht erkennt. Gut, man wollte den Täter schützen, das kennen wir ja.

Nur: Das im Klartext hinzuschreiben ist schon ein harter Knochen.

Im linken oberen Eck sehen wir eine schiefe Zahl, was Rotwelsch gelesen so viel bedeutet wie: Den musst du fälschlich als Täter bezeichnen, oder das ist eine  Ente mit diesem Phantombild.

Tatsächlich sieht der Täter anders aus. Liest man auch noch den rotwelschen Subtext der Bildunterschrift, dann wird endgültig klar: Der Mann hat geschossen, wird aber nicht abgebildet, und den Zeugen, denen man den Kram vorlegt, ist zu vermitteln, dass sie das Phantom „wiedererkennen“ und den echten Täter vergessen sollen.

Ein Wahnsinn, wozu die Politik deutsche Polizisten zwingen konnte. Das muss aufhören.

 

(Dokumente: Arbeitskreis NSU)

 

 

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