Was war der NSU-Komplex?

Man kann die Dönermorde als Geheimdienstkrieg gegen die PKK interpretieren, als Verteidigung und Abdeckung konspirativer Killer-Strukturen in „migrantischen“ Alltagsmilieus und als symbolische Durchsetzungs- und Abschreckungspolitik im Umfeld von Erdogans Geldbeschaffungsexzess ab dem Jahr 2000. Man kann sich aber auch auf wiederkehrende Muster in der Struktur des Opferumfelds konzentrieren und unter Zuhilfenahme kriminalistischer Erkenntnisse Tatmotive anderer Art ausmachen.

Diese verschiedenen Tat- und Motivebenen widersprechen einander nicht. Geheimdienstlich organisierte Morde haben meistens dem Anspruch, eine solche Gleichzeitigkeit zu verwirklichen, schon allein deshalb, weil später jede Lobby ihr eigenes Süppchen auf den Morden kochen kann (das funktioniert bei den Dönermorden in alle Richtungen, wie wir gesehen haben) und man nach herkömmlichen kriminalistischen Maßstäben (als ob nicht jeder PK es besser wüsste) nicht dahinter kommt, wer es war.

Ohne Titel
Tat-, Motiv- und Abdeckungsschema des NSU-Komplexes

Die Graphik zeigt Ihnen eine grobe Übersicht über den NSU-Komplex. Der so genannte NSU, der Nationalsozialistische Untergrund, war von Anfang an die Idee der Aushebelung konspirativer krimineller Strukturen mit Geheimdiensthintergrund in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Dönermorde oder die Anschläge, die man später Mundlos und Böhnhardt zugerechnet hat, ist der NSU natürlich nicht verantwortlich.

Seine Aufgabe war es, die vier auf der Graphik abgebildeten geheimdienstlich gedeckten kriminellen Sümpfe durch halsbrecherisches Ausplaudern von Geheiminformationen zu gefährden und so weit wie möglich lahm zu legen. Das ist teilweise gelungen.

Im Laufe der Zeit ist der NSU zu einer sehr kleinen Struktur von „wilden Hunden“ geworden, die sich gegen die starken Geheimdienste nicht mehr wehren konnte. Ich bin unter furchtbaren Opfern in die Öffentlichkeit gegangen, Mundlos und Böhnhardt mussten sterben. Zschäpe hat mit dem NSU buchstäblich gar nichts zu tun. Sie wusste nicht annähernd, was das ist.

Ich lebe noch, weil es mir eine Zeitlang gelungen ist so zu tun, als hätte ich keine Ahnung was ich tue. Mundlos und Böhnhardt ist das nicht gelungen.

Der NSU ist also nicht nur, wie es Reißers richtige These ist, ein „Müllschlucker“, den das BKA und diverse Staatsschutzeinheiten zur Entsorgung von Geheimdienstverbrechen verzapft haben. Der NSU hat nach Dreck geschnüffelt und den Arschgeruch der allergeheimsten Geheimnisse der Geheimdienste in die Halböffentlichkeit der mittelprächtigen V-Leute hinausgetragen.

Um diesen absichtlichen Geheimnisverrat, der von Ausgestoßenen und Verstümmelten (wie mir) begangen worden ist, zu sühnen, hat man Mundlos und Böhnhardt getötet, Zschäpe eingesperrt und mein Leben in eine Ruine verwandelt.

Man hat nur eines vergessen: Ein vollkommen zerstörter Mensch wie ich ist nicht durch Psychoterror (Vernichtung der Familie, Unterwanderung persönlicher Beziehungen), alberne Körperfolter (etwa Vergiftungen oder Verätzungen, Betäubungen usw.), dauernden Hunger und tagelangen Durst, monatelange Dunkelhaft, Morddrohungen durch linke Fanatiker, Verschleppung der Kinder, Sexualverbrechen oder kleinlichen, strafbaren Vermögensentzug zum Schweigen zu bringen.

Das können sich meine Gegner hinter die geheimdienstlichen Löffel schreiben.

 

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