NSU: Der Affe am Toten Mann

Nachdem das Bundeskriminalamt (vom österreichischen Sicherheitsbüro zu schweigen) eher schüchtern auf meine Mitteilungen zu den Hintergründen des NSU reagiert hat, bin ich leider gezwungen „Butter bei de Fische“ zu geben und den Herrschaften einen zünftigen Bericht über das Gewese jener Mordbanden zu liefern, die der Nationalsozialistische Untergrund ausgeplaudert hat bzw. auszuplaudern gedachte.

Leute mit schlechtem Magen können wieder auf den Blog der Bundesanwaltschaft ausweichen oder für Klein Eß schweigen. Ich versichere, dass die im Folgenden vorgetragenen Sachverhalte zutreffen und dem Zeugenbeweis zugänglich sein müssten, möglicherweise auch dem Sachbeweis.

Niedernsill
Niedernsill im Pinzgau (Salzburg), Sitz einer Gang

Es muss im Jahre 2008 oder 2009 gewesen sein, vielleicht ein wenig später. Ich war zu Besuch im Pinzgau, der Heimat meiner Vorfahren, wohnte damals in Berlin, wo ich das Glück geheimdienstlicher Zersetzung in vollen Zügen genoss.

Jemand rief mich plötzlich an, ich solle doch sofort nach Niedernsill im Pinzgau kommen, dort sei die Frau meines Großvaters gestorben. Das wunderte mich ein wenig; was soll der Mayr dutzende Kilometer mit dem Auto zu einem Sterbeort fahren, was soll er dort tun? Man bat mich um „Hilfe“, ich konnte mir nicht vorstellen, was man von mir wollte, fuhr aber sofort los.

In der Wohnung meines Großvaters angekommen (das war der Sterbeort) sah ich die Leiche von dessen Frau malerisch ausgestreckt am Boden liegen; die rechte Hand war wie zum Gruß erhoben und ließ sich auch nicht mehr anlegen (was selbst für den Laien darauf hindeutet, dass da jemand schon länger tot ist).

Ich sollte die Tote umziehen, was ich prompt erledigte (der Affe kennt da nix). Später riss ich dummerweise am Telefon Witze über die Armhaltung der Toten, die ich albern als unkorrigierbaren Hitlergruß bezeichnete.

Selbst wenn man kein Kriminalpolizist ist, stellt man sich die Frage: Warum wurde ich an diesen Ort gerufen? Warum hatte man keinen Notarzt geholt, die Leiche vorher starr werden lassen? Warum sollte ich die Leiche umziehen? Tja.

Leicht erschüttert saß mein Großvater (der Schauspieler) im Nebenzimmer. Die Frau Mutter war mit mir an den Ort des Geschehens gefahren um meine sinnvolle Mission zu beobachten und dem Großvater „Beistand zu leisten“. Es schien alles ein wenig durchsichtig, zumal wenn man weiß, dass mein Großvater kein Unschuldsengel war.

Natürlich war die Leiche nicht deshalb steif geworden, weil niemand in der Nähe gewesen wäre oder der Großvater gar so erschüttert tagelang neben der über alles geliebten, nun leider Leblosen Wache geschoben hätte (wie das bei Großstädtern vorkommen mag). In diesem Dorf sind die Türen auch nachts nicht verschlossen, mein Großvater lebte eng mit anderen Menschen zusammen, die in seinem Haus ein- und ausgingen und sogar unmittelbar am Ort des Geschehens wohnten, ihn mit Essen versorgten usw.

Die Frau meines Großvaters wird gedroht haben zu quatschen, oder sie wollte bestimmte Dinge nicht mehr erledigen. Es muss dringend gewesen sein, denn solche Frauen macht man sonst, wenn sie bockig werden, schwer krank (die laufen dann mit Seitenausgängen durch die Landschaft usw.).

Die österreichische Polizei möge doch endlich tätig werden. Bis Manfred Götzl überzeugt ist, wird es noch eine Weile dauern, und als Richter kann er ja keine Unschuldigen verfolgen, sagt man mir, das Urteil steht ja noch nicht fest. Nicht dass er sich am Ende auch noch weigert zu glauben, solche Morde hätten nichts mit dem NSU zu tun.

 

(Graphik: A. Grießner, CC BY-SA 3.0)

 

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