Mietpreissenkung: Luger 08, Teil 3

Im Jahre 1998 entstand der Nationalsozialistische Untergrund. Das war eine Organisation zur scheinbar zufälligen Veröffentlichung von Geheiminformationen über altertümliche Mordstrukturen und nichts anderes.

Wie hat das funktioniert? Zunächst war der NSU die Fortsetzung eines Geheimdienstkrieges, den ich die 90er-Jahre hindurch zusammen mit meinem Steuermann Franz und mit anderen geführt hatte: Ich galt nach außen hin als Depp, der nichts von Geheimdiensten versteht aber alles über sie erzählt. Mein Spitzname Ape oder Affe war ganz gut gewählt; ich spreche bis heute kaum Rotwelsch und plaudere doch alles aus, was Gott verboten hat.

Im Herbst 1998 hatte ich meine Rolle zurückzunehmen; Franz Fuchs wurde als Täter der Briefbombenserie installiert, der Terror in Österreich beendet. Die Briefbomben und den Mord in Oberwart hatten die jüdischen Financiers und Auftraggeber der Morde in Österreich veranstaltet, weil ich und andere immer wieder die Hintergründe an die Öffentlichkeit zu bringen drohten.

Ohne Titel

Ab 1999, mehr noch ab dem Jahr 2000 wurde es haarig. Böhnhardt und Mundlos hatten begonnen, durch Deutschland zu reisen und auf ihren Wanderungen Informationen über die Mörder (es waren vor allem Mörderinnen, die im Alltag mit alltäglichen Gegenständen und Substanzen gemordet und Körper beeinträchtigt oder Seelen zerstört haben) zu sammeln und wie zufällig an scheinbar beliebigen Orten zu hinterlassen.

Dabei gerieten sie in das Umfeld der Morde, wie einst der Spiegel schrieb, nicht als Täter. Waffen hatten sie keine, auch ich war niemals wieder bewaffnet.

Die Dönermorde wurden auf diese Weise unterwandert. Das Leben der Thüringer, des Trios, wie man später schrieb, verlief unauffällig, nachdem sich der Sturm im Wasserglas ihrer Illegalität gelegt hatte. Durch privaten Konsum, Bekanntschaften irgendwelcher Art, zufällige und weniger zufällige Begegnungen und Gespräche hinterließen sie Spuren, die von den überwachenden Geheimdiensten als Hinweise auf die Morde gedeutet werden konnten.

Ich tat das später auch wieder, nachdem ich der Betäubung durch Geld und Weiber überdrüssig geworden war, die man mir als Kompensation für das anstrengende Ingenieursdasein geboten hatte. Um 2002 begann ich literarisch und wissenschaftlich zu arbeiten und posaunte so die alten Informationen und die vom Trio wahrgenommenen Details in die Welt der Geheimdienste hinaus.

Dass es uns dabei schlecht gegangen ist, war uns egal. Es war ja längst keine geheimdienstliche Arbeit mehr sondern der Versuch, überkommene Strukturen auf eigene Rechnung zu zerschlagen. Dabei hatte man alltäglich zu leben, als ob man „nichts mehr macht“. Wir terrorisierten die Mörder wie zufällig, wenn auch noch ab und zu ein Spitzel (und bei mir die Weiber) anklopfte und mehr wissen wollte.

2005/2006 habe ich es auf die Spitze getrieben mit meinem Roman „Die Vergeltungswaffe meines Urgroßvaters“, der Geheiminformationen über meine Gegner erhält. Er provozierte viele Menschen bis zum Exzess und wir mussten unser Projekt beenden. Traurig, dass mir damals auch liebe Menschen ans Leder wollten.

Es muss merkwürdig klingen in den Ohren der Sachbearbeiter des Bundeskriminalamts, was ich hier wahrheitsgemäß berichte.

 

Teil 2

Teil 1

Der Nationalsozialistische Untergrund

 

(Bild: Askild Antonsen, Luger P08, CC BY 2.0, bearbeitet)

 

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