Dönermorde: Zwei Schnipsel Spitzelkultur

Zu den grauslichsten Aufgaben türkischer Agenten in der deutschen Polizei muss es gehören, Zeugen für wahrheitsgemäße Angaben heimlich anzuscheißen gegenüber den zornigen Kräften Erdogans. Ich habe über dieses Elend schon mehrfach berichtet. Bei den Dönermorden war es besonders arg.

Wer sich dem politisch verordneten Ermittlungsgeschwurbel entzog oder frech gegen die türkischen Spitzel in den eigenen Reihen vorging, der konnte sich als Soko die Entlassungsurkunde beim Generalbundesanwalt abholen.

Aktenblatt, tantenhaft

Hier sehen Sie den „Kopf“ einer Personalienauflistung aus den Akten zum Fall Taskörpü; wahrscheinlich werde ich (zumindest hätte man Grund dazu) wegen dieser Veröffentlichung strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, da ich den „wesentlichen Teil“ (Juristen wissen genau, was das ist) einer Ermittlungsakte öffentlich mache.

Warum sollte das wesentlich sein? Und warum sind nur wörtliche Veröffentlichungen (Phantasien darf man entwickeln wie man will) und auch Bildveröffentlichungen aus solchen Akten verboten?

Weil im größten Müll, in der lächerlichsten Nebensache (zum Beispiel im Layout oder in irgendwelchen unauffälligen Bilddetails) der eigentliche Hauptinhalt verborgen ist und dieser Inhalt nicht aus dem eigentlichen Sinn der Akten sondern aus ihrer sprachlichen Form hervorgeht.

Zum Beispiel aus dem Wort „Auflistung“. Was für ein blödes Wort. Es bedeutet hier zum Beispiel, dass der zu befragende Zeuge (dem man den Wisch vorhält) oder der Beamte (der den Wisch benutzt und liest) gefälligst die Schnauze halten soll, nachdem er eh schon geplaudert hat, der tärrische Kerl.

Handschriftliches Notat am Strich bedeutet dann womöglich, dass es schon zu spät ist und der Zeuge (Polizist oder was auch immer) den Täter ausgeplaudert hat, man aber als nachtragender Sachbearbeiter wenigstens die Schnauze hält und auch noch Geld dafür verlangt.

usw.

Dass erwachsene Menschen ihr Zusammenleben in einer solchen Weise organisieren ist ein Wahnsinn. Abgesehen von der rechtlichen Seite und der Schande für Deutschland.

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Koyeck Ape du so lala

Und hier sehen Sie ein Bild mit drei Kois, japanischen fetten Zierfischen (schmackhaften Speisefischen). Aus satirischer Sicht bedeutet der Name „Koyeck Abdulla“ (Akten Tasköprü) mit dem Zusatz 1., ich will nicht mehr allein sein, hab den Koy vergrault, war für den Koi ein Eck, das kannste vom Affen sagen, Ape.

Man muss sich schon sehr anstrengen, um beim NSU lachen zu können.

 

(Dokumente: Arbeitskreis NSU)

 

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