Boulgarides: Todbringende Weiberwirtschaft, Teil 1

Die hochkomplexe Materie der Dönermorde und des so genannten NSU lässt sich für das Publikum nicht so ohne weiteres auf ein paar griffige Thesen verkürzen. Wenn man das macht, kommen dabei genauso haarsträubende wie wahre Erzählungen heraus, die freilich im Grunde gar nicht haarsträubend sondern einfach nur normaler Geheimdienstkram sind. Giftmord im industriellen Maßstab ist kein normaler Geheimdienstkram; nur was hat das mit den Dönermorden zu tun?

Ohne Titel
Fall Yasar: Ein Pfeil zeigt auf die Kugel (oder ist es eine Hülse bzw. Hilse?)

Zunächst scheinbar nichts.

Normaler Geheimdienstkram ist zum Beispiel die Tatsache, dass eine solche Mordserie fünf, sechs Geschehnisebenen hat: Leute werden von türkischen Agenten erschossen für Geld oder aus irgendwelchen ideologischen Motiven heraus, gleichzeitig wird damit die PKK bekämpft, Provokateure und Doppelagenten strolchen zur Abdeckung der Operationen herum, Geldgeschäfte und Erpressungen in der Schattenwirtschaft und Geldbeschaffung für Wahlkämpfe werden damit propagandistisch legendiert usw.

Dazu kommen dann irgendwelche polizeilichen Interessen, operativer Kram der Kontrolle von V-Leuten usw., technische Fragen der Vereinbarkeit von Dönerverkauf und Mikrochips im Hirn (ja Leute, es ist so). Es ist ein bewusst verworren gestalteter Knäuel, den man nicht in einem Presseartikel erzählen kann.

Lassen Sie uns trotzdem eine Liste der Geschehnisebenen bei den Dönermorden riskieren (ich spare den NSU vorläufig als weitgehend nicht erzählbar aus):

  • Geldbeschaffung für Erdogan; Störer oder Unwillige bei der Geldbeschaffung durch betrügerische Investments werden erschossen, die Angehörigen eingeschüchtert.
  • Kampf des tiefen türkischen Staates gegen die PKK, Führung von Doppelagenten die den Ruf der PKK schädigen und die Morde als Pseudotäter abdecken, Türken in kriminelle Scheingeschäfte verwickeln,
  • Disziplinierung der deutschtürkischen Bevölkerung im Sinne der Spaltung zwischen deutschen und türkischen Volksgenossen, Propaganda durch Denunziation der eigenen Leute als „archaisch“ (z.B. Abdeckung der Geheimdienstverbrechen durch so genannte Ehrenmorde)
  • Verschärfung des Drucks auf türkische V-Leute in der Bevölkerung durch ausländische Agenten in den bundesdeutschen Sicherheitsbehörden,
  • Nutzung der Dönermorde als Erpressungs- und Disziplinierungspotenzial in den deutschtürkischen Milieus, usw.

Alle diese Aspekte der Dönermorde tauchen später im Mythos des so genannten NSU wieder auf, freilich in veränderter Form. Der NSU als Legende soll die Spaltung zwischen den türkischen und deutschen Volksgenossen und die Ignoranz gegenüber unseren kurdischen Freunden und Volksgenossen vertiefen (angeblich hat der „NSU“ ja nur Türken ermordet).

Auch die Kritik an den Sicherheitsbehörden, die im Kontext der so genannten NSU-Affäre laut geworden ist, kann man als Fortsetzung des Schmierentheaters vom Versagen der Kriminalpolizei bei den Dönermorden lesen.

Natürlich hat die deutsche Kriminalpolizei die Dönermorde aufgeklärt. Das ist an dieser Stelle auch mehrfach dokumentiert worden. Man durfte halt auf politischen Befehl die Täter und die dahinter stehenden Strukturen nicht ausheben.

In den folgenden zwei Teilen dieses Artikels werde ich einen weiteren, sehr wichtigen (vielleicht den zentralen) Aspekt der geheimdienstlichen Motivation hinter den Dönermorden und ihren Folgemythen beleuchten. Es handelt sich dabei um eine geheimdienstliche Motivation, die ich sehr genau kenne, und zwar aus eigener Erfahrung (hier kann man das nachlesen).

Die Dönermorde sind begangen worden, um so genannte stille Gangs zu decken und mögliche Verräter und Quatschköpfe in deren Umfeld zum Schweigen zu bringen. Stille Gangs, das sind Gruppen von bildungsfernen weiblichen V-Leuten, die im Auftrag meistens männlicher geheimdienstlicher Seilschaften (der oberen Zehntausend) systematisch Männer und manchmal auch Frauen töten, krank machen oder so verängstigen, dass sie von der Bildfläche verschwinden.

Bei diesen Schweinereien, die im industriellen Maßstab stattfinden, werden unauffällge Tötungsmethoden, vor allem Gift, eingesetzt.

Es handelt sich hier um den allergeheimsten Kram, der in unserer Hemisphäre zu greifen ist. Noch vor wenigen Jahren hätte ich für einen solchen Blogartikel, in meiner Stellung (der ich meine Putzfrauen und noblen Pappenheimer persönlich kenne) sofort die Kugel oder das Gift in die Wäsche bekommen. So waren es in den letzten Jahren bloß nächtliche Betäubungen, abgelöste Zahn-Inlays, Fäuste ins Maul, Diebstahl und Verlust meiner Existenz. Bissl Gift war dabei, aber der alte Affe steckt so einiges weg.

Ende von Teil 1

 

Teil 2

Teil 3

(Dokumente: Arbeitskreis NSU)

 

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