Dönermorde: Wo die Sau graust

Gestern habe ich vom Schicksal der BAO Bosporus berichtet, wie man die Nürnberger absägte, weil sie es zu wagen begannen, Scheinspuren des türkischen Geheimdienstes als „verbindene Elemente“ des Dönermord-Komplexes darzustellen.

Auch den Hessen ging es nicht besser; die Mordkommission Café (Untersuchung des Falles Yozgat, 2006/2007) hatte vom Täterschützen in einem Maß die Nase voll, dass man offen ironisch auf das Bundeskriminalamt losging. Dieses hatte sich bemüßigt gefühlt. zur Abdeckung der schlechten türkischen Scheinspuren noch schlechtere „deutsche“ zu erfinden, nämlich technisch garnierte Thesen zur Tatwaffe.

Ohne Titel
Manchen Bericht des BKA muss man mit geistigen Einweghandschuhen anfassen

Die von türkischen Volksgenossen durchsetzte Soko Café war zweifellos im Bilde über die wahren Täter. Man referierte die Aktivitäten des vorgesetzten BKA wie folgt:

„Mindestens ab der fünften Tat (der Ceska-Serie, Anm. Mayr) wurde die Waffe mit einem Schalldämpfer bestückt. Dies wurde von Sachverständigen des Bundeskriminalamtes aus den an den Geschossen vorhandenen Aluminiumanhaftungen geschlossen. Die Verwendung eines Schalldämpfers bei den vorherigen Taten kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, jedoch fehlen hierfür entsprechende eindeutige Spuren.“

Eine derartige Ironisierung einer angeblich wasserdichten Beweisführung durch eine vorgesetzte Behörde wie das BKA ist ein Akt des Widerstandes. Wenn man bei einem solchen Sachstandsbericht die über die erfundenen Aluminiumanhaftungen hinausgehenden „Begründungen“ des BKA nicht einmal anführt, dann zeigt man, dass man sich für die Leistungen der Kollegen schämt.

Wo ist der kriminaltechnische Bericht zu den Aluminiumanhaftungen? Kann Manfred Götzl ihn vorlegen? (Prinzip der Mündlichkeit, oder? Pappnasen)

Ralf Wohlleben sitzt jetzt seit Herbst 2011 in Haft, und zwar für nichts. Die Leute, die ihn festhalten, sollten sich den Bericht der Soko Café zur Tatwaffe ansehen. Dort wird in einem Maß Satire betrieben, dass man von geistigen Gummihandschuhen vor der Scheiße des BKA sprechen kann:

„Umfangreiche Ermittlungen zur Tatwaffe, auch zu Verkaufswegen etc. führten bisher nicht zur Klärung der Herkunft.

Bundesweit wurden die legalen Besitzer einer Pistole Ceska 83 (die Soko Café nimmt noch nicht einmal an, dass es sich um eine besondere Ceska mit Schalldämpferaufsatz handelt, Grundlage der Inhaftierung von Wohlleben, Anm. Mayr) ermittelt und aufgesucht. Die Waffen wurden im Hinblick auf Veränderungen zur Aufnahme eines Schalldämpfers überprüft. Schwierigkeiten ergaben sich hierbei aus der Aktenführung der zuständigen Behörden.“

Man müsste den gesamten Absatz als erstaunliche Satire fett hervorheben. Die freche Behauptung, man habe bundesweit (!) die noch dazu legalen Besitzer einer Ceska 83 (Massenwaffe, vor allem illegal verbreitet) aufgesucht und kontrolliert, entspricht der Behauptung, man habe bei der Untersuchung einer Sexualstraftat alle Besitzer von gebrauchten Kondomen bundesweit aufgesucht und dabei Schwierigkeiten wegen irgendwelcher Besonderheiten der behördlichen Aktenführung gehabt.

Inoffiziell empfing die Soko Café einen Anschiss dafür, den besonderen Charakter der verwendeten Tatwaffe Ceska 83 mit Schalldämpferaufsatz verkannt zu haben. Man wird aber halt einfach keine Lust mehr gehabt haben, sich den Scheiß des BKA anzutun.

Im Grunde könnte man alle Richter oder Polizisten der BRD aufsuchen und ihnen die Dönermorde anhängen. Wenn einer was dagegen hat, müsste man einfach patzig werden und den widersetzlichen Rotzlöffel einsperren. Alles Nazis.

 

(Bild: Bin im Garten, Lizenz)

 

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