Ein phantastisches Gehirn tobt im Bereich des Irrealen.

Karl Heinz schreibt und schmeichelt mir (und sitzt neben mir):

Mein Freund Dr. phil. Siegfried Mayr mag für den Normalbürger ein Buch mit sieben Siegeln sein, für mich ist er ein Literat der bei der Vermittlung seiner Gedanken außergewöhnliche Wege beschreitet. Seine Aufsätze wirken nicht nur verrückt, sie sind es in der Tat.

Verrückt heißt, weggerückt, entfernt vom Normalen. Kein anderer würde so schreiben wie er. Und kaum jemand versteht diese literarische Ausdrucksform. So wie auch in der Bildenden Kunst kein anderer so malte wie Picasso, dessen Kompositionen ebenfalls, nie wirklich vom normalen Betrachter verstanden werden können.

Im Zusammenhang mit der Bildenden Kunst sind wir an das Verrückte nicht nur gewöhnt, sondern mehr noch, nur das Verrückte gilt als höchste Ausdrucksform der Kunst. Das Abstrakte, dass Irre, das Zerreißen der natürlichen Formen, das gilt uns als Kunst.

EPSON MFP image
Vincent van Gogh, „Der Abendspaziergang“, 1889

Dr. Mayr will nicht die Realität abkupfern. Er verfremdet das Reale indem er es mit dem, der eigenen Denkleistung entnommenen Irrealen mischt. Es ist gewissermaßen das literarisch dargestellte Surreale.

Richtig erkannte Fragmente der Realität werden im Denken des entrückten Autors mit dem Erträumten vermischt und als gleichwertig betrachtet. In diesem Sinne pflegt und entwickelt er eine besondere, ihm eigentümliche literarische Kunstform, ohne damit die Hoffnung auf allgemeine Anerkennung zu verbinden. Nur so, ohne diese Erwartung kann er frei künstlerisch schaffen.

So wie Van Gogh frei in einer für die damalige Zeit unverständlichen Ausdrucksform malen konnte. Keine Frage, Van Gogh war verrückt. Aber in dieser Verrücktheit befangen, konnte er Kunstwerke von bleibendem Wert schaffen. Und Van Goh war beileibe nicht der einzige unter den „modernen Künstlern“.

Die Abstrakten konnten nur in der Abkehr vom Realen zu den Ergebnissen kommen die wir heute als „moderne Kunst“ so sehr bewundern. Warum sollten wir die irreale Kunst im Zusammenhang mit der Literatur so gänzlich anders beurteilen als die epochale Veränderung in der Beurteilung der Bildenden Kunst.

Ich selbst bin durch und durch Realist. Im Denken, in der Malerei und der Literatur, aber ich bemühe mich stets, nicht nur in der Politik, den Andersdenkenden zu verstehen. Dr. Siegfried Mayr soll schreiben wie er empfindet, ich bleibe sein Freund und bin schon froh wenn er nicht versucht sich ein Ohr ab zu schneiden.

Karl-Heinz Hoffmann, 21.03.2018

Ein Gedanke zu “Ein phantastisches Gehirn tobt im Bereich des Irrealen.

  1. roger

    Der Inhalt fasst einen Autor hilfreich an, steht aber für eine grundsätzliche Betrachtung.
    Die wiederum ist, natürlich nur aus meiner Sicht, gut entworfen.

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