Das verheerendste Schriftstück der BRD, Teil 1

Staaten halten im Normalfall Dokumente geheim, die ihre Legitimation unterminieren, ankratzen oder auch nur in Frage stellen. Manchmal sind Staaten dazu gezwungen, Dokumente freizugeben; dann ist das aber meistens Augenauswischerei.

Schauen wir uns den Fall Snowden an: Die Geheimdienste der Vereinigten Staaten von Amerika haben in seinem Fall einen Weißen, der in der Tradition von Anstand und Kampf aufgewachsen ist, dazu benutzt, die Weltöffentlichkeit über einen kleinen Teil ihrer technischen Möglichkeiten zu informieren und damit über ihre wirklichen Möglichkeiten zu desinformieren.

Man wollte mit dicken Unterseekabeln und abgefischten E-Mails den Eindruck erwecken, als ob dieser altertümliche Kram noch einen modernen Menschen zu interessieren hätte. Es hat ihn nicht mehr zu interessieren; was ihn interessieren sollte, ist die Tatsache, dass er im Normalfall zu feige ist, über den Chip in seinem Kopf zu sprechen.

Außer Entlastungs-Leaks gibt es in den westlichen Demokratien also kaum Leaks. Das ist im Fall des Oktoberfestattentats anders.

Ohne Titel

Das Oktoberfestattentat ist ein Drama, in dem die Geheimdienste an der Schwelle zur modernen nachrichtendienstlichen Arbeit stehen: Ich selbst trug 1980 schon einen Chip im Kopf; mein Steuermann war aber noch gezwungen, mich von einem kleinen Kastenwagen aus am Rande des Dorfs zu steuern.

Die „normale“ Geheimdienstarbeit wurde damals noch über Zeitungen, rotwelsches Gequatsche, amtlichen Schriftverkehr, kommunikativ gestaltete Lebensläufe und kulturelles oder politisches Bla-Bla organisiert. Deshalb konnte es nicht ausbleiben, dass wir heute über entschlüsselbare Dokumente aus jener Zeit verfügen und diese, aus unserer heutigen, vom aktuellen Stand der Technik geprägten Sicht bewerten und deuten können.

Ich werde in dieser kleinen Serie ein Schriftstück analysieren, das seinem Wesen nach noch der alten Welt der Geheimdienste zugehört. Es handelt sich um ein Dokument, in dem grob gesprochen steht, dass die Regierung meinen Freund Karl Heinz Hoffmann bewusst unschuldig verfolgt hat. Das Dokument ist deshalb für mich das verheerendste der BRD, weil es diesen Staat als Vasallen- und Luschenstaat entlarvt, als ein Gebilde, das in Wirklichkeit gar kein Staat sondern eine Ansammlung von geheimdienstlichen Dienstfertigkeiten und menschlichen Lächerlichkeiten ist.

Ich weiß, dass man mit der Veröffentlichung solcher Dokumente den Weg in die Haft beschreitet; es ist als ob man um Gitterstäbe bettelt. Wir haben schon öfter über Teile des Dokuments gesprochen. Ich werde es in den kommenden Tagen komplett veröffentlichen und besprechen.

Ende des ersten Teils.

 

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