Wonach man Ermittlungen ausrichten muss

Für all jene, die es nicht glauben wollen, dass die Polizei bei staatswichtigen Terror-Ermittlungen rein nach politischen Richtlinien und nicht nach den Grundregeln der polizeilichen Ermittlungsarbeit handeln muss, heute zwei Dokumente.

Ein leitender Beamter der Soko Theresienwiese, die ab September 1980 den Oktoberfestanschlag aufklären hätte sollen, ein KHK Matthis, gab im Jahr 1985 vor Gericht folgendes zu Protokoll:

Aussage KHK Matthis
„Unsere gesamten Ermittlungen waren nur auf die Täterschaft v. Hoffmann ausgerichtet.“

Diese Aussage ist eine Tatsache, und KHK Matthis hat nicht gelogen.

Die gesamten Ermittlungen der Soko waren auf die Täterschaft Hoffmanns ausgerichtet, obwohl

Aussage KHK Matthis
„Relativ bald stand für mich fest, dass Hoffm. mit d. Sache nichts zu tun hatte.“

Damit ist der Beweis geführt, dass das bayerische LKA absichtlich gegen Hoffmann ermittelt hat, obwohl man von seiner Unschuld überzeugt war und die Ermittlungen damit illegal waren.

Auch das BKA (Bundeskriminalamt) war von der Unschuld Hoffmanns überzeugt, und zwar bereits Ende September 1980. Da müssen starke Gründe für eine solche Überzeugung vorgelegen haben, zumal man ja die politische Vorgabe hatte, gegen Hoffmann zu ermitteln.

Der Innenminister des Jahres 1980, Gerhart Baum (FDP) hat diese politischen Vorgaben öffentlich und konspirativ durchgesetzt.

Man entschloss sich aber, die Wehrsportgruppe weiter und gegen besseres Wissen zu verdächtigen, nicht ohne Gundolf Köhler ohne jeden Beweis als Täter hinzustellen:

Ohne Titel
Vermerk Bundesinnenministerium, Mitteilung an Innenminister Baum (Oktober 1980)

Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer dieser Besprechung ihre Bekräftigung der illegalen Ermittlungen der Soko Theresienwiese in weiser Voraussicht getroffen haben.

Denkbar ist, dass der damalige Entschluss zur fortdauernden illegalen und strafbaren Verdächtigung eines Unschuldigen auch noch 2018, im Abschlussbericht der Soko 26. September, erwähnt wird, freilich lobend, als ob es richtig gewesen sei, einen politisch motivierten Verdacht ohne jede sachliche Grundlage zu schüren.

Auf den Abschlussbericht der Soko 26. September bin ich gespannt. Wir werden ihn in der Luft zerreißen, und zwar bis zum letzten Blutstropfen.

 

(Quelle Dokumente: NSU Leaks)

 

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