Geheimdienstliche Kommunikation im Alltag: Pla Eck Jung

Nachdem auf diesem Blog – notwendigerweise – in todernster Manier über hinterhältige Kommunikationsmethoden von V-Leuten und ihren Vorgesetzten gesprochen wird, kann es nicht schaden zur Abwechslung darauf hinzuweisen, dass Geheimdienstler auch privat kommunizieren. Sie tun das im Privatleben ähnlich konspirativ wie im Beruf; das mag daran liegen, dass sie kein Privatleben haben, weil sie ja ihre gesamte Existenz dem Geheimdienst verkaufen.

Als alter Staatsfeind hat man, selbst in der heftigsten Opposition, ab und zu mit V-Leuten zu tun, die einem sympathisch sind. Man erkennt die Absichten dieser Leute und tut ihnen nichts, lässt sie ihren Job machen, man lacht gemeinsam, es geht einfach so dahin. Es ist einfach das Leben. Als Extremist ist man es gewohnt; auch Spitzel sind Menschen, mehr oder weniger liebenswert.

Meistens ist es aber, das muss man offen sagen, anstrengend mit Menschen zu tun zu haben, die im Geheimdienst sozialisiert sind. Diese Leute sind es gewohnt, es ist ihnen zur Natur (nicht zur zweiten Natur) geworden, zu lügen, alles abzustreiten, was es an potenziell gefährlichen Wahrheiten geben könnte, sie betreffend. Bis in die letzten Verästelungen privater Empfindungen herrscht die Routine der geheimdienstlichen Informationsflüsse vor.

Unbenannt
Symbolbild: Fesche linke V-Frau

Jeder, der zu einem Regime in ernsthafter Opposition steht, kennt diese Beobachtungen. Man macht sie zwangsläufig, und sie machen einen traurig. Bei mir ist es zwar schon länger her, aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es schmerzt, von solchen Leuten durchschaubar angelogen und für ein Linsengericht an die Obrigkeit verkauft zu werden. Manchmal lässt man sich das auch gefallen und verpfeift den Spitzel nicht, weil es sonst einen Menschen fressen würde, den man als netten Kerl kennen gelernt hat.

Besonders schlimm wird es, wenn es zu unkontrollierter Nähe zwischen einem Widerständler und einer Geheimdienstmitarbeiterin kommt (oppositionelle Frauen gibt es nicht; ich habe noch nie eine Frau kennen gelernt, die sich gegen ein Regime ernsthaft auflehnt. Die RAF ist eine Ausnahme). Da spielen sich wahre Tragödien ab und die Banalität des menschlichen Lebens wird in einem Maß zum konzentrierten Horror, dass man das kaum noch erzählen kann.

V-Frauen, und hier vor allem Linke, sind es gewohnt, habituell zu lügen. Das bedeutet, sie würden eigene private Empfindungen (die Empfindungen anderer Leute werden hemmungslos weitergetratscht, meistens in verfälschender Absicht), die ihnen gegenüber den Vorgesetzten gefährlich werden oder die ihre Stellung im Dienst (z.B. ihre scheinbare Karriere im linken Apparat) beeinträchtigen könnten, niemals zugeben. Stattdessen fuhrwerken sie konspirativ erotisch.

So etwas gibt es, und zwar recht oft. Moderne Liebe. Dazu ein kleines Video.

So lange man jung ist, ist es nicht so schlimm, z.B. von einer Dame nächtens aufgesucht zu werden, ohne dass die Dame zur Wohnungstür hereinkommt (das könnte ja auffallen). Stattdessen werden im Dunkel irgendwelche rotwelsche Gaunerzinken an die Wohnungtür gekritzelt, (als ob das weniger auffallen würde, und zum Zeichnen in der Dunkelheit braucht man eine Spezialausbildung) .

Wenn sie die Dame auch durchs Schlüsselloch beobachten bei ihrer verschwurbelten Mitteilung, ihr über die Stereoanlage faustdicke konspirative Infos zukommen lassen (zum Beispiel einen Song, in dem es heißt: Mach was du willst), sie wird es abstreiten, jemals etwas für sie empfunden zu haben oder alles so übertreiben, dass es keiner mehr glaubt.

Geht halt nicht anders.

 

(Bild: Shoppingsender, bearbeitet)

 

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