Im abenteuerlichen Ligurien I

Gestern wurde auf diesem Blog berichtet, wie ein Geheimdienst versucht hat, mich zum Schweigen zu bringen in der Sache der erpresserischen Vertuschung des Oktoberfestattentats. Nicht umsonst betreibe ich dazu aktenbasierte Grundsatzaufklärung (Übersichtsartikel hier).

Ich habe von einem Herrn Dressler erzählt, der plötzlich für meine (rechtswidrige) Pfändung durchs Finanzamt zuständig war. Sein Name diente (und dient, wie es scheint) einem großen US-amerikanischen Geheimdienst dazu, mir Mitteilungen über die Konsequenzen zu machen, die ich für meine Aufklärungsarbeit zu erwarten habe.

Die Einführung von Eigennamen als Kommunikationsinstrument der Geheimdienste hat aber auch lustige Seiten. So transportiert dieser Herr Dressler mit seinem Eigennamen (und dafür kann er nun wirklich nichts) auch eine Anspielung auf eine uralte schauerliche Geschichte, die man, um mich zu terrorisieren, plötzlich aufgewärmt hat.

Rotwelsch lebt davon, dass Worte begrifflich vielfältig auslegbar, meist nur im Kontext und oft nur für den Betroffenen verständlich sind. Zumindest war das früher so; angesichts der modernen elektronischen Methoden von Aufzeichnung, Speicherung und semantischer Zuordnung kann man das Rotwelsche Gequatsche nur noch als Sicherheitsrisiko für die Dienste bezeichnen. Der Kram ist mittlerweile für die echte Elite so lächerlich geworden, dass man mir nicht einmal mehr den Kopf dafür absäbelt, dass ich ihn öffentlich mache.

Das Fußvolk nutzt Rotwelsch noch mit Händen und Füßen, wie vor einem halben Jahrhundert.

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Ortschaft in Cinque Terre (Norditalien)

„Dressler“ lässt sich nämlich auch so lesen:

Dressler = D – re – SS -ler = Das hast du jetzt davon, dass du was über die SS ausgepfiffen hast.

Sie werden sich vielleicht fragen: Deibel, wie kann so ein lächerlicher Wicht wie dieser Blogautor die SS verpfeifen? Die Antwort ist nicht ganz einfach.

Der Eigenname des Herrn Dressler ist mir von der CIA serviert worden. Die istwieder einmal sauer auf mich, und sie suchte 2017/ 18 nach Dingen, die mich vielleicht belasten könnten. Man verfiel auf die Idee, eine Episode aus dem Jahr 2002 aufzugreifen, als ich einen Kurzurlaub in Ligurien, in der Region Cinque Terre, verbrachte.

Klingt ein wenig weit hergeholt. Aber so sind sie, die Geheimdienste.

Ich bin damals auf gut Glück nach Italien gefahren, nach Cinque Terre an die norditalienische Küste. Eine merkwürdige Figur, wahrscheinlich V-Mann, hatte mich in einem Nachtlokal darauf aufmerksam gemacht, dass es dort schön sein soll und man tollen Kurzurlaub machen kann.

Der Umgang mit Geheimdiensten ist mir seit meiner Kindheit vertraut; irgendwann lernt man, auf solche Hinweise pragmatisch zu reagieren, und das tat ich auch. Ich nahm die Anspielung des merkwürdigen Mannes als Wink mit dem Zaunpfahl, eine Vorlage der Amis auszunutzen und dort einen schönen Urlaub zu verbringen. Es klang so, als ob man mir dort, aus welchem Grund auch immer, einen roten Teppich ausrollen wollte.

Zu jener Zeit war man noch bestrebt, mich mit Vergünstigungen ruhig zu stellen; schließlich hatte ich wenige Jahre zuvor die Verbindungen zu den Amis gekappt, im wahrsten Sinn des Wortes.

Man stellte mich damals (wie könnte es anders sein bei einem jungen Mann) mit einer  Frau ruhig. Solche Damen sind meistens sehr schön und besitzen ein biegsames Wesen; sie können auch herzlich sein und sich an einen gewöhnen, nicht umsonst nennt man sie „Pet“ (Kuscheltier).

Man sollte nicht allzu ungerecht mit ihnen sein; sie kriegen selbst meistens kaum was, irgendwelche Verwandte bauen sich Häuser, deren Finanzierung dann selbstverständlich nichts mit der Dame zu tun hat usw. Der normale Mann redet sich ein, ein Pet „erobert“ zu haben, heute weiß ich, dass das eine ziemlich doofe Illusion ist.

Gut, ich war durch eine hübsche Larve und glatte Beine am Denken gehindert und ließ den geheimdienstlichen Sauhaufen meiner Jugend nicht (wie z.B. heute den Sauhaufen in der konspirativ vergifteten Polizei) auffliegen. Mein Ausflug nach Ligurien war nicht geplant; ich reiste mitten in der Hochsaison in einen Nobel-Urlaubsort, ohne ausreichend Kohle, ohne Hotelreservierung usw. und verließ mich auf die Andeutungen des V-Mannes aus dem Nachtlokal.

Am Ziel der Reise angekommen parkte ich mein Auto auf einem zufällig freien Parkplatz (wer italienische Küstenstädte kennt, der weiß, was für ein Zufall das ist) vor dem besten Hotel, forderte das Pet zum Mitkommen auf und richtete mein Seidenhemd. Das Hotel war ausgebucht. Ich schimpfte ein wenig herum (als einfacher Student hätte ich einfach die Schnauze halten sollen) und der plötzlich unterwürfige Herr an der Rezeption machte die Suite unter dem Dach frei.

Wie es weiterging erzähle ich heute Abend.

 

(Bild: Lee Coursey, CC BY-2.0)

 

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