Strukturen der V-Leute-Ausbildung: Stinos im Amt

Die meisten Leute gehen davon aus, dass Mitarbeiter von Geheimdiensten Extremisten sind oder zumindest in irgend einer Weise auffällig, mächtig, verlogen, dämonisch, hinterhältig, gewalttätig, mit Silberblick oder gar schwul.

Ich muss den Leser enttäuschen; die meisten V-Leute sind stinknormale Bürger, und in jedem Einwohnermeldeamt sitzen mehr Geheimdienstler als in einer rechtsradikalen Kameradschaft.

Es sind die Kärrner, die Wasserträger der Geheimdienste, die in den Ämtern sitzen. Man steht in der Früh auf und rackert für den Dienst, füllt rotwelsche Formulare aus, quatscht mit den Kollegen über irgendwelche Abdeckungsmanöver usw. In den Grundbuchämtern geht es auch kreuzfidel zu, da werden z.B. Grundstücke illegal umgewidmet, um dienstbare V-Leute zu finanzieren, irgendwelche sinnlosen Transaktionen als Infrastruktur für konspirative Kommunikation durchgeführt usw.

Es ist eine harte Arbeit, staubtrocken, diese Leute reißen sich den Arsch auf. Oder sind stinkfaul, wie Beamte eben sind.

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Stino-V-Frau aus einem Amt im Faschingskostüm als V-Frau-Agentin

Ich kenne viele V-Leute, die in Ämtern sitzen. Meistens benehmen sie sich mir gegenüber genervt, weil ich in der BRD als Staatsfeind bekannt bin wie ein bunter Hund, man nicht nur Angst vor meinen Aktionen hat sondern auch noch befürchtet, dass der Vorgang, der mich betrifft, am Schreibtisch irgend eines Vorgesetzten landet.

Finanzbeamte z.B. haben mich zwar um zigtausende Euro beschissen, benehmen sich aber meistens in der direkten Konfrontation unterwürfig bis ängstlich, weil sie wie gesagt fürchten, dass sich z.B. der Chef in Köln den Mayr-Akt vorlegen lässt. Das nervt diese Leute bis aufs Blut und ich nutze es gnadenlos aus.

Finanziell bringt mir das nichts; es ist halt lustig. Pleite sein und schmunzeln geht, wenn man ein Rechter ist.

V-Leute im Standesamt können ungut werden. Wenn man sich scheiden lassen will und die Frau Gattin ist V-Frau, nehmen die Probleme kein Ende. Nicht einmal eine fesche Freundin kann man sich während eines laufenden Scheidungsverfahrens anlachen, weil die V-Leute in solchen Ämtern alles sofort weitertratschen und man nur Probleme hat.

Immer wird gequatscht und das soll dann ein Geheimdienst sein.

Da ist es von Vorteil, wenn man per se schüchtern ist und keinen Riss bei Frauen hat. So spart man sich den Ärger wegen der versäumten Gelegenheiten.

Das hätte eigentlich ein Artikel über Ausbildungsgänge im Amt werden sollen, aber V-Azubis kenne ich keine in Ämtern. Auch egal.

Es ist zum Haare raufen, ich sage es Ihnen. Ich weiß nicht, aber die V-Leute in den Ämtern werden meine Freunde nicht mehr.

 

(Bild: Twemoji v2 Project, CC-BY 4.0)

 

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