Geld verdienen mit Leichensex

Gestern habe ich hier ein paar Scans der Presseberichterstattung zum Oktoberfestattentat von Ende September/ Anfang Oktober 1980 gebracht. Diese Scans zeigen, dass bereits 2 oder 3 Minuten nach dem Anschlag (was in der Illustrierten „Quick“ auch offen zugegeben wird) professionelle Fotografen vor Ort waren, die eiskalt frisch zerrissene Leichen, aber auch hilflose, verwirrte vor allem weibliche Opfer abgelichtet haben.

Zum Beispiel so:

1
Titelblatt „Quick“ vom 2.10. 1980

Diese Art der Presseberichterstattung fokussiert auf sexuell attraktive weibliche Opfer. Oben sieht man deutlich die Strapse einer verzweifelten Frau; ich habe die beiden weiblichen Leichen, die am Titelbild von Quick neben ihr erscheinen, ausgespart.

Der Schluss liegt nahe, dass ein Fotograf, der so etwas macht und machen kann, vom bevorstehenden Anschlag gewusst und sich in Stellung gebracht hat. Wir wissen es nicht. Was wir sicher wissen, ist, dass dieser Fotograf aus dem Anschlagsort eine Opfersex-Szenerie gemacht hat:

2
„Quick“ vom 2.10. 1980, S. 19

Der journalistische Sinn, den zerfetzten Unterleib einer schönen jungen Frau in einer großen Zeitschrift zu bringen, erschließt sich nur aus der Tatsache, dass damit Geld verdient werden kann. Es ist kommerzieller Leichensex.

Zurück zum Titelblatt:

3
„Quick“ vom 2.10. 1980, Titelblatt

Die zweite Frau am Titelblatt, bei der man Strapse sieht. Denkbar, dass es sich um eine Erotik-Darstellerin handelt, also nicht einmal um ein echtes Opfer. Wir wissen es nicht. Es sieht ein wenig danach aus, als ob man irgendwelche Nutten dafür bezahlt hätte, sich an den Tatort zu setzen.

Vielleicht sind es aber auch einfach hilflose Opfer, irgendwelche jungen Frauen, denen man 2 Minuten nach dem Massenmord unter den Rock fotografiert hat.

4
„Quick“ vom 2.10. 1980, S. 20f.

Auch das ist kein Mann. Die dunkle Masse in der Bildmitte sind keine Hoden, es sind Gedärme, die der Gerichtsmediziner provisorisch in einen dunklen Sack gepackt hat.

Das linke abgerissene Hühnerbein gehört einer deutschen jungen Frau, die gemusterten Stutzen links einem freiwilligen Helfer, der eigentlich Blasmusikant war und als alter Kriegsteilnehmer die „professionellen Rettungskräfte“ ersetzt hat, denen bald schlecht geworden ist.

Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass eine moralische oder ästhetische Kritik dieser „Berichterstattung“ nicht ausreicht. Die Presse hat um 1980 mit solchen grauslichen Montagen auch noch andere Aufgaben erfüllt: Sie hat Informationen über den Anschlag und seine Hintergründe kolportiert.

Das wird hier aufzuarbeiten sein.

 

(Bilder: „Quick“, Zitatrecht)

 

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