Oktoberfestattentat: Was sagt uns die Bombe? II

Fortsetzung eines Artikels über die Bedeutung der technischen Beschaffenheit der Oktoberfestbombe. Im Folgenden wird gezeigt, dass die Konstruktionsweise der Bombe in der Zusammenschau mit einer vor dem Attentat übermittelten technischen Unterlage den operativen Blueprint der Intrige gegen Franz Josef Strauß liefert.

Bom
Aus den Unterlagen von Hans Langemann (Sommer bzw. Herbst 1980)

Wir setzen die Analyse der schematischen Darstellung aus Langemanns Unterlagen fort.

Bei der auf der Wiesn zum Einsatz gekommenen Bombe fehlt der Zünder: „Fehlender Zünder“ (Partizipialkonstruktionen in der Benennung von Gegenständen und Erscheinungen sind Standard der Rotwelschen Entschlüsselungsroutine) f – e – len – der – Z – und – er = Ich berichte, dass Geld geflossen ist von der CIA (ter, Chiffre für die CIA) damit der Saukerl schweigt (bzw. erpresst werden kann).

Danach betrachten wir die Kritzelei in der schematischen Darstellung selbst (sie stammt von Langemann; ein seriöser Polizist hat keinen Grund, irgend etwas durchzustreichen, es sei denn, es hätte einen besonderen Sinn, der hier nicht gegeben ist. So hätte zum Beispiel die Mundlochbuchse durchgestrichen werden müssen, sie fehlte beim auf der Wiesn detonierten Objekt).

Zunächst ist die „Funze“ (der Geschoss-Verschluss) durchgestrichen: durch – gest – r – i – ch (Endsilbe bedeutungslos) = Durch diese Geste wird er zum Schweigen gebracht.

In der Beschriftung heißt es: Funze, percn. No. 162 = Ich sage, du hältst nicht das Maul und verpfeifst es (die Erkenntnisse der CIA-Dame) im persönlichen Gespräch hat er seine Schweinereien ausgeplaudert, für den Fall, dass er weiterplaudert, stechen wir die Mitteilung der Nutte weiter durch (ich vereinfache, Anm. Mayr).

Man sieht: Die Konstruktionsweise der Bombe gibt uns Auskunft über die operativen Details jener Intrige gegen Strauß, sie zeigt uns, wie sich seine Gegner aufgestellt haben, wer was wann durchstechen soll und wann geschwiegen werden soll. Die Schlagladung = Sch – l- ag – la – dung = Er soll von seinen Schweinereien schweigen und (den) Blödsinn (der offiziellen Version) kolportieren, ist ebenfalls durchgestrichen.

Das bedeutet (siehe oben) im Zustand des Fehlens der Schlagladung (so war die Bombe beschaffen), dass dieses intrigante Ziel durch die Zahlung der CIA an die erpressende Nutte erreicht werden sollte.

Aus dieser Analyse geht schließlich hervor, dass auch Langemann die Botschaft der Bombe erst dann verstehen konnte, als er von der tatsächlichen Konstruktion der Bombe auf der Wiesn erfuhr; seine schematische Darstellung reichte zum vollständigen Verständnis seiner Anweisungen für die Zeit nach dem Anschlag nicht. In dem Moment, als er vom Fehlen der Schlagladung erfuhr, wusste er, was er in der Intrige zu tun hatte.

So sichern Geheimdienste ihre Informationsflüsse ab.

Wir fassen zusammen: Die Intrige um das Oktoberfestattentat ist (unter Schonung noch lebender Privatleute) weitgehend aufgeklärt, die Täter sind benannt. Wenn der SOKO 26 jetzt nicht endlich richtig ermittelt, weist sie nur noch nach, dass sie den Weg zur verbrecherischen Organisation beschreitet, analog zu jener Bande, die 1980 wider besseres Wissen gegen Hoffmann ermittelt hat.

 

 

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