Ekel und Entsetzen der bürgerlichen Demokratie

Man könnte auf die Idee kommen, dass einen Unpolitischen wie mich Politik nicht interessiert. Tatsächlich schaue ich auf Politiker nicht wie auf Außerirdische; eher geht es mir wie einem Pferde-Metzger mit Affen oder Krokodilen.

Wäre ich z.B. mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer gemeinsam in Haft, dann könnten wir uns über Politik unterhalten (ich überlege welches Regime uns wohl zusammen einsperren würde). In Freiheit wird Fischer nicht mit mir sprechen wollen.

Rufe ich die Internet-Seite des österreichischen Käseblattes „Der Standard“ auf, ein linksliberales Schandblatt übrigens, dann erscheinen am rechten Rand des Sichtfensters fesche Büstenhalter; es muss etwas mit meinem Surfverhalten und meiner sexuellen Präferenz zu tun haben.

Links Heinz Fischer. Der analysiert, was die Europäer aus seiner Sicht in den letzten Jahrzehnten nicht gelernt haben:

Wir haben Defizite auf dem schwierigen Gebiet der Solidarität oder Nächstenliebe. Wir haben noch zu wenig gelernt, wie sehr wir in Europa alle in einem Boot sitzen. Das heißt, manche haben nicht genug gelernt, wie problematisch ein zugespitzter Nationalismus ist. Patriotismus ja, Nationalismus nein.

Gut, man wird verstehen, dass ich das als Nationalist nicht beifällig kommentiere. Dagegen ist mir Solidarität, ist mir Nächstenliebe nicht fremd.

Dann der europäische Gedanke. Er geht mir am Arsch vorbei; ich halte ihn für eine Idee von reichen Leuten, die einfache Leute verarschen wollen, für mehr nicht. Fischer lässt sich dann zu neuen Medien ein:

Außerdem wird durch die stärkere Präsenz neuer Medien beziehungsweise die verschärfte Konkurrenz zwischen den Medien die Gefahr des Populismus größer. Solche vereinfachten Antworten sind aber nicht hilfreich für eine Demokratie, die im Sinne von Karl Popper offen für unterschiedlichste Sichtweisen sein soll und in der auch Minderheitsmeinungen ihren Platz finden müssen.

Ich kann dem nicht folgen; wenn es in der verachtenswerten Staatsform der Demokratie schon um Vielfalt gehen soll, warum um alles in der Welt sind dann die vielfältigen Ansätze der Neuen Medien in diesem Zusammenhang schädlich?

Ja, sie sind schädlich, weil sie dem Populismus Tür und Tor öffnen, einfache, nicht hilfreiche Antworten (worauf) provozieren. Als ob der Völkische Beobachter, die Muskete oder der ORF nicht auch vereinfachende Scheiße am laufenden Band verbrochen hätten, gegen die Ideen des dummen Karl Popper.

Abgesehen von der einfach strukturierten Dummheit geheimdienstlich gesteuerter Intellektueller oder gar intellektueller Geheimdienstfunktionäre.

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Die letzte Ausgabe der „Muskete“ vor dem Krieg, Sommer 1939

Aus feuilletonistischer Sicht gelingt Fischer dann noch eine schöne Miniatur. In wenigen Sätzen beschreibt er jenes typisch österreichische Lebensgefühl, das darin besteht, hemmungslos Scheiße zu bauen und sich dann verwundert darüber aufzuregen, dass man dafür nicht fürstlich entlohnt wird:

Ich habe manchmal das Gefühl, Diskussionen werden sehr stark nach einer Nützlichkeitsbetrachtung geführt und ohne der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Suche nach den besten Lösungen ein komplizierter Prozess ist und dass man, wenn man ernsthaft ein Problem nach allen Seiten hin beleuchtet, nicht immer gleich Lob dafür bekommt.

Man fragt sich wirklich, welche beschissene Software Fischers Chip im Schädel bespielt. Junge Menschen, die sich mit der bürgerlichen Demokratie identifizieren, müssen arme Schweine sein. Über kurz oder lang entartet jeder, der sich mit einem solchen demokratischen Unsinn einlässt und vergisst sein eigenes Herz.

 

(Bild: ZVAB)

 

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