US: Burn my friend, Teil 2

Im letzten Teil dieser kleinen Serie wurde erzählt, dass ein Häuflein Aktivisten um den legendären Odfried Hepp ab 1982 dazu überging, US-amerikanischen Besatzungssoldaten den Arsch anzuzünden. Die Geschichte dieser schauerlichen antidemokratischen Straftaten (die den Falschen erwischten, das ist doch klar) soll hier weiter erzählt werden.

Hepp & Co. hatten also beschlossen, gegen die Besatzer vorzugehen und beschafften dazu erst einmal Geld durch Tankstellenüberfälle.

Liest man die Strafakten zu diesen Vorbereitungstaten, dann wird klar, dass sich die Jungs systematisch „nach oben“ arbeiteten: Vom Geld des ersten Tankstellenüberfalls wurde eine Bank überfallen, und mit dem Geld der ersten Bank wurde Ausrüstung für das weitere Vorgehen gekauft.

Zunächst mietete man eine konspirative Wohnung in Frankfurt an, die den recht albernen Decknamen „Giovanni“ erhielt. Auf dem Balkon wurde Sangria getrunken, und Hepp trug als echter Nationalbolschewik – standesgemäß – sein FDJ-Hemd.

Zuvor war der Schwarzwälder Hepp in Ost-Berlin gewesen und hatte sich dort ein wenig Unterstützung von der Stasi gesichert, man gönnt sich ja sonst nichts.

481px-Anti-American.svg

Der wilde Energetiker Walter Kexel dagegen war weniger auf Lebensgenuss aus als er über die anstehenden Maßnahmen monologisierte. Bald waren Pattex und Puderzucker beschafft (woraus schon die APO ihren Hobby-Sprengstoff gebraut hatte) und kleine Feuerlöscher präpariert.

Die wollte man den Amisoldaten unter die Fahrersitze ihrer Autos legen.

Einer der fünf Burschen, ein Dieter Sp. (heute brav geworden), kaufte sich unvorsichtiger Weise vom Geld eines Banküberfalls einen blütenweißen Mercedes; das fiel unangenehm auf bei den Frankfurter Innenstadt-Spießern und führte auch absehbar zur Entdeckung unserer Freiheitskämpfer.

Die eigentliche Operation, Sprengung der amerikanischen Ärsche, wollte man nicht in „Giovanni“ besprechen, zu groß schien die Gefahr der Verwanzung. Vielmehr wurde eine Sternfahrt in den Taunus veranstaltet, zu einem Hallenbad, einer heute noch beliebten Therme mit Saunalandschaft.

Was sich die Fahnder des BKA gedacht haben mögen, als sie dem „konspirativen“ Konvoi der übermütigen künftigen Arschanzünder folgten, ist nicht überliefert.

Im dampfenden Hallenbad heckte man schließlich den Irrsinn des Jahrhunderts aus.

 

(Bild: Unbekannte Amiquelle)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s