An Mario Huber

Nachdem man uns aufeinander gehetzt hat, wäre es Zeit, sich vernünftig zu unterhalten. Mir ist zu Ohren gekommen, dass du darauf verzichtet hast, mich anzuzeigen. Dafür danke ich dir.

Offenbar hat man dich, wie mich auch, an den Rand gedrängt. Nach Jahren in führender Position, beschäftigt mit dem Ermittlungs-Management von Bankenskandalen und Geheimdienstunsinn, stehst du mit einem Bein im Gefängnis.

Wir sind beide nicht zufällig dort, wo wir heute sind. Eigentlich sollten wir zusammenarbeiten und uns gegen jene verbünden, die uns das Leben versauen. Ich habe schon alles verloren, dir drohen sie alles zu nehmen. Den Prozess hat man zwar vertagt, aber es wird schlimm ausgehen.

Deutsche Kampfflugzeuge im Anflug auf Riga , 1941

Natürlich wirst du mir nicht antworten, wahrscheinlich aus Angst vor dem letzten Schritt, dass man dir endgültig kündigt, dich noch mehr demütigt.

Sei doch ehrlich: Geht es noch ekelhafter als vor Chaussy im Sessel zu sitzen, sich wie Franz Josef Strauß an der Krawatte zu zupfen (wolltest du sagen, dass Chaussy für dich ein Katzerl ist?) und Leute zu verteidigen, die nicht davor zurückschrecken dich bei der nächsten besten Gelegenheit fallen zu lassen?

Was soll der ganze Schmarrn, was hast du davon? Ein Jahr Gefängnis weniger?

Ich nehme den Verzicht auf die Anzeige als gutes Zeichen. Die Oberen haben die Kontrolle so weit verloren, dass man uns nicht mehr vollständig auseinanderdividieren kann.

 

(Bild: Bundesarchiv 101I-427-0412-031, CC BY-SA 3.0 de)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s