Wer hat die Bombe gebaut? Teil 1

Wenn man den internen Schriftverkehr der bundesdeutschen Behörden aus der Zeit kurz nach dem Oktoberfestattentat vorliegen hat, muss man die Frage stellen, welche ganz konkreten Informationen dort über die Täter des Anschlags zu finden sind.

Dass es sich um eine israelische Aktion handelt, wurde auf diesem Blog bereits beweisfähig dokumentiert. Welche Reaktionen das Attentat bei Franz Josef Strauß ausgelöst hat, wurde hier gezeigt, und wie der damalige Innenminister Baum die Situation für das Establishment regeln und die Wehrsportgruppe Hoffmann anscheißen wollte, wurde hier und hier beweisfähig gemacht.

Aktennotiz Oktoberfestattentat, 1980
Sachstandsbericht des BKA vom 29.9. 1980 an das Bundesinnenministerium auf mündliche Weisung von VP Dr. Ermisch

Oben sehen Sie eine kleine Zusammenfassung des behördlichen Informationsstandes der BRD-Stellen kurz nach dem Anschlag, von dem man offenbar überrascht wurde. Kern dieses Informationsstandes ist ein Befehl, der sich Rotwelsch aus der Kombination zwischen den drei (Imperativ) Explosivkörpern und der morphologischen Repräsentation Bombs ergibt (über die Bombe selbst ist Stillschweigen zu bewahren, sie darf von der Polizei technisch nicht aufgeschlüsselt werden).

Offiziell sah das nach Monaten so aus:

(1 BJs 201/80 – 5, Sachstandsbericht des Bayerischen LKA an das Bundesinnenministerium vom 3.11. 1980, S. 3, Quelle: NSU Leaks)

Da Geheimdienstler ihren Selbstwert vom Zugang zu lebensgefährlichen Informationen abhängig machen, war davon auszugehen, dass im behördlichen Schriftverkehr von damals Mauscheleien über die tatsächliche Bauart und den oder die Techniker enthalten sind, die das Ding gebaut haben.

Ein besonders Tabu der damaligen (und selbstverständlich auch der heutigen) Ermittlungen stellte auch der Zündmechanismus dar. Wer sich ein wenig mit der Sache beschäftigt hat, geht von einer Fernzündung aus, die offiziellen Ermittlungen ergaben Folgendes:

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(1 BJs 201/80 – 5, Sachstandsbericht Bayerisches LKA an das Bundesinnenministerium vom 3.11. 1980, S. 4, Quelle: NSU Leaks)

Ich habe mir den Schriftverkehr, der auch aus übermittelten Polizeiakten und so genannten Sachstandsberichten besteht, daraufhin genau angesehen. In den folgenden zwei Teilen dieser kleinen Serie werde ich die Ergebnisse vorstellen.

Es hat eine besondere Bedeutung, dass im § 356 StGB (Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen) ein Passus enthalten ist, der besagt, dass wörtliche Mitteilungen aus verfahrensrelevanten Akten verboten sind. Der Gesetzgeber will damit nicht etwa verhindern, dass die zumeist vollkommen albernen so genannten juristischen Elemente, die in solchen Schriftsätzen enthalten sind, nach außen dringen.

Er will verhindern, dass das geheimdienstliche Gemauschel dieser Schriftsätze (das eben nur wörtlich zum Ausdruck kommt), verhandelt wird.

 

Fortsetzung dieser Untersuchung, Teil 2

(Dokumente: NSU Leaks)

 

 

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